Der erste südamerikanische Sieger der Tour de France kam aus Kolumbien

Der erste südamerikanische Sieger der Tour de France kam aus Kolumbien

Der kolumbianische Radrennfahrer Egan Bernal trug sich im Jahr 2019 in die Geschichtsbücher seines Sports ein. Er gewann als erster südamerikanischer Sportler überhaupt die Tour de France. Gleichzeitig markierte sein Erfolg den Sieg des jüngsten Radrennfahrers bei der traditionsreichen Tour seit 110 Jahren. Mit diesem Erfolg stieg Bernal zu einem der bekanntesten Sportler seines Landes auf und sorgte bei den Fans in Kolumbien für Begeisterung. Dabei war er ursprünglich ein überzeugter Mountainbike-Fahrer, der zahlreiche Erfolge feiern konnte.

Vom Nachwuchsfahrer zum Idol in nur fünf Jahren

Der spätere Tour de France Sieger wuchs im Zentrum des Landes auf. Rund 40 Kilometer nördlich der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá liegt Zipaquirá. Die Stadt liegt auf einer Meereshöhe von 2.650 Metern und ist bei Touristen vor allem für ihre schöne Altstadt und die Salzkathedrale bekannt. Die vollständig aus Salz errichtete Kirche zählt zu den größten religiösen Bauwerken der Welt. In der Stadt, die mehr als 130.000 Einwohner hat, lernte der junge Egan die steilsten Berge per Rad zu klimmen. Bald nannte man ihn Escarabajo, das steht für der Käfer. Den Spitznamen erhielt er, weil er in der Lage war, die steilsten Berge zu bezwingen.

Bereits als junger Fahrer widmete er sich dem Mountainbike. 2014 holte er bei den UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaften im Cross Country die Silbermedaille, ein Jahr später folgte eine Bronzemedaille. 2016 wechselte er zu den Erwachsenen und kam auf Empfehlung eines Journalisten aus Kolumbien zum UCI Professional Continental Team Androni Giocattoli. Dieses nahm ihn unter Vertrag und schon in seiner ersten Saison gewann der Nachwuchsfahrer die Tour of Bihor – Bellotto. Gleichzeitig setzte er sich in der Nachwuchswertung des Giro del Trentino und der Settimana Internazionale Coppi e Bartali durch. Damit war der Grundstein für seinen weiteren Erfolg gelegt.

2017 feierte er bereits Siege bei drei internationalen Rennen. Darunter waren das UCI Nations’ Cup U23-Rennen Tour de l’Avenir, die Tour de Savoie Mont-Blanc und die Sibiu Cycling Tour. Diese Triumpfe führten zu einem Dreijahresvertrag bei Team Sky, den er zu Beginn des Jahres 2018 unterzeichnete. Im selben Jahr ging Bernal bei der Tour de France an den Start. Dort kam er als Helfer des späteren Siegers Geraint Thomas und von Chris Froome zum Einsatz. Das Trio räumte gewaltig ab. Thomas gewann die Tour, Froome wurde Sechster und der Debütant holte sich den hervorragenden 15. Platz. Auf seine zahlreichen Erfolgserlebnisse folgte wenig später ein schwerer Rückschlag. Bei der Clásica San Sebastián kam der Kolumbianer schwer zu Sturz und zog sich Gesichtsverletzungen zu. Nach einigen Wochen Ruhepause nahm der Nachwuchsstar sein Training aber wieder auf.

Vom Nachwuchsfahrer zum Idol in nur fünf Jahren
Vom Nachwuchsfahrer zum Idol in nur fünf Jahren

Das Jahr darauf sollte seinen großen Durchbruch markieren. Nach seinem Sieg beim Etappenrennen Paris-Nizza sollte er eigentlich sein Team als Kapitän in den Giro d’Italia 2019 führen. Doch ein Schlüsselbeinbruch verhinderte seinen Start. Egan Bernal steckte auch diesen Rückschlag weg und holte sich anschließend die Tour de Suisse 2019. Direkt danach ging es in die Tour de France. Diesmal nicht als Gehilfe, sondern als Co-Kapitän seines mittlerweile umbenannten Teams Ineos. Gemeinsam mit dem Titelverteidiger Geraint Thomas nahm der die größte und wichtigste Radtour der Welt in Angriff. Auf der 19. Etappe gelang es ihm in das Gelbe Trikot zu schlüpfen. Am Ende holte er sich den Gesamtsieg vor seinem Teamkollegen. Er wurde damit zum ersten Südamerikaner und zum insgesamt drittjüngsten Teilnehmer, dem es gelang die Tour de France zu gewinnen. Bei seiner Rückkehr nach Zipaquirá wurde er von 10.000 Fans begeistert gefeiert.