Mit deutscher Wurst erfolgreich in Bogota

Mit deutscher Wurst erfolgreich in Bogota

Die deutsche Bratwurst hat nicht umsonst einen guten Ruf zu verlieren. Die Würste sind weltberühmt und bekannt für ihre Qualität. Wer Vielfalt und Qualität sucht, greift zu deutschen Bratwürsten. Das dürfte sich mittlerweile auch bis nach Kolumbien herumgesprochen haben. Wie anders wäre sonst die Geschichte von Daniel Álvarez zu erklären.

Der Wurst-König von Bogota war mit der Qualität seiner einheimischen Produkte so unzufrieden, dass er sich ins Bratwurst-Paradies Deutschland aufmachte. Dort wollte er alles über deutsche Qualität erlernen, um sein Wissen danach in seiner Heimatstadt gewinnbringend an den Mann zu bringen. Das gewagte Experiment gelang, heute ist Daniel Álvarez in der kolumbianischen Hauptstadt weithin für seine tollen Bratwürste bekannt. Er beliefert zahlreiche Restaurants und Bars und hat damit durchschlagenden Erfolg.

Hotelfachmann, Koch und Metzger

Die Basis dafür legte er selbst. Er ging nach Deutschland und entschloss sich dazu das Metzger-Handwerk hier richtig zu erlernen. Dabei war ihm das Land in Europa alles andere als fremd. Seine Mutter wurde unter dem Namen Jacobsen geboren. Sie ist eine Nachfahrin deutscher Auswanderer nach Kolumbien. Bereits in jungen Jahren lernte Álvarez das Land seiner Vorfahren besser kennen. Als Teil eines Schüleraustauschs kam der mittlerweile 33-jährige nach Deutschland. Dort begann er in der Nähe von Frankfurt einer Lehre zum Hotelfachmann. Doch der ehrgeizige Kolumbianer wollte mehr erreichen. Als sich die Chance bot im legendären Hotel Adlon in Berlin zu arbeiten, griff er beherzt zu. Dort absolvierte er zusätzlich noch die Ausbildung zum Koch. Ausgestattet mit zwei Berufen kehrte Álvarez in sein Heimatland zurück. Doch die Sehnsucht nach einer guten Bratwurst, die er in Deutschland kennengelernt hatte, ließ ihn nicht mehr los. Wo auch immer er sein Glück versuchte, er konnte in Kolumbien Würste jener Qualität, die er aus Deutschland gewohnt war, nicht finden. Da reift in ihm eine ungewöhnliche Idee.

Zurück in der Heimat

Er kehrte nach Europa zurück und erlernte in Deutschland auch noch den Beruf als Metzger. Doch die Lehre alleine war ihm zu wenig, er wollte den Meistertitel. Mit nicht weniger als drei vollständig abgeschlossenen Berufen kehrte der frischgebackene Metzgermeister nach Kolumbien zurück und widmete sich fortan der Eroberung des Bratwurstmarktes. Seine fundierte Ausbildung und sein Wissen, das er sich in Deutschland erworben hatte, halfen ihm dabei. Álvarez produziert nun seine Würste nicht nur für den Markt, sondern kocht auch regelmäßig auf zahlreichen Festen und Sport-Veranstaltungen groß auf.

Zurück in der Heimat
Zurück in der Heimat

Selbst für einen kolumbianischen Multimillionär muss er seine beliebte Bratwurst nach deutschem Vorbild regelmäßig zubereiten. Schließlich isst sein Gönner nichts lieber als genau diese. Zahlreiche Bars haben seine Spezialität auf die Karte genommen und sorgen so dafür, dass der Ruhm des Bratwurstkönigs aus Kolumbien wächst und wächst. Dort sind sie der große Renner im Speisenangebot. Schließlich schmecken sie nach Aussage der Gäste völlig anders als die lokalen Würste. Sein Erfolg ist mittlerweile so groß geworden, dass Daniel Álvarez in der Zwischenzeit ernsthaft an die Eröffnung einer Bar-Kette denkt. Einen Namen dafür hat er schon gefunden. Die Mischung aus Bars und Imbissen soll Dani-Jack heißen, denn so nennen ihn seine Freunde.